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Kamin, Ofen oder Kaminofen – Heizen mit Kaminholz

heizen mit kaminholz in der steinzeit

steinzeitliches Lagerfeuer

Das Heizen mit Kamin, Ofen oder Kaminofen war über viele Jahrhunderte Menschheitsgeschichte das normalste der Welt. Nachdem wir das Lagerfeuer verlassen hatten, wurden bereits in der Jungsteinzeit erste Öfen zur Brennen von Werkstoffen wie Keramik verwendet. Spätestens mit den Römern kamen dann Öfen verschiedener Form nach Europa, die nicht mehr nur zum Brennen von Werkstoffen oder Backen genutzt wurden, sondern auch zum Beheizen des Wohnraums. Seither war mindestens bis zur industriellen Revolution Holz der Hauptenergieträger, bevor dann Kohle, Öl und Gas eine immer größere Rolle spielten. Vor allem im Mittelalter geschah dies zum Leid unserer Wälder in Mitteleuropa, wodurch nur noch ein äußerst geringer Teil der ursprünglichen Waldfläche erhalten ist. Zum Glück ist die moderne Forstwirtschaft nachhaltig und im Regelfall wird für jeden gefällten Baum ein neuer gepflanzt.

Ein Blick in die Geschichte

hausfeuerstelle für kaminholz

Hausfeuerstelle mit rudimentärem Abzug

Im Laufe der letzten Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Arten von Öfen. Der klassische offene oder geschlossene Kamin kam im Frühmittelalter als konsequente Weiterentwicklung der bis dahin üblichen offenen Hausfeuerstelle auf. Zum einen war es dauerhaft unpraktikabel, Rauch und Abgase in den Wohnraum und über ein kleines Loch im Dach nach außen zu leiten und zum zweiten war dies bei mehrgeschossigen Bauten gar nicht mehr möglich. So wurde also zunächst der Rauch über Ritzen im Mauerwerk oder über schornsteinähnliche Konstruktionen durch das Dach abgeführt. Wie bei allen technologischen Entwicklungen profitierten zunächst die Adeligen und das hohe Bürgertum von den Neuentwicklungen. Ein hübsch gestalteter Kamin wurde also auch zügig zu einem Statussymbol für die Reichen und Schönen des Mittelalters. Nach und nach war diese Heiztechnologie dann auch den ärmeren Klassen zugänglich und es entwickelten sich eine Vielzahl von Kaminvarianten, genau wie verschiedene Zimmeröfen. Aber welche Arten unterscheidet man nun eigentlich genau?

Kamin

Der Kamin ist wie bereits kurz angerissen die sinnvolle Weiterentwicklung der offenen Hausfeuerstelle für Kaminholz ohne geschlossenen Rauchabzug. Es ist sogar ziemlich erstaunlich, dass es Menschen solange in kühlen Zeiten innerhalb verrauchter Häuser ausgehalten haben. Die gesundheitlichen Folgen müssen unermesslich gewesen sein. Ein klassischer Kamin besteht aus einem Brennraum (manchmal auch Feuerraum), einem Rauchfang und einer Ableitung zum Schornstein. Später entwickelte sich noch einiges an Zubehör und Erweiterungen, wie z.B. einschiebbare Kochstellen, Grillflächen und natürlich Türen.

Offener Kamin

offener kamin für kaminholzDas führt uns direkt zu den Unterarten von Kaminen. Klassisch war der Kamin offen und es gibt auch heute noch eine Vielzahl offener Kamine. Die direkte Wärme und das Knistern des Feuers führen zweifelsohne auch heute noch die viel beschworene Kaminromantik herbei. Bei offenen Kaminen ist der Brennraum zum Wohnraum hin geöffnet. Das hat atmosphärische Vorteile, führt aber technisch zu einigen Nachteilen.

Zum einen wird die Brennraumtemperatur nicht so hoch, wie bei einem geschlossenen Kamin. Zum anderen ist durch den fehlenden Umschluss des Brennraums weniger Material zum Speichern der Wärme vorhanden. Das führt dazu, dass ein Großteil der Heizenergie durch den Schornstein verpufft. Dazu kommt noch, dass die geringere Temperatur im Brennraum zu einer weniger effizienten Verbrennung führt, was den Wirkungsgrad deutlich verringert. Die meisten modernen offenen Kamine haben jedoch technische Einrichtungen integriert, um diese Nachteile wenigstens zu minimieren. Schlussendlich sind offene Kamine immer raumluftabhängig, das bedeutet, sie beziehen den benötigten Sauerstoff zur Verbrennung aus dem Raum. Das führt dazu, dass dieser entweder regelmäßig belüftet werden muss oder eben baulich nicht hermetisch geschlossen sein darf. Zum Befeuern eines offenen Kamins empfehlen wir Buchenholz, Birkenholz (riecht angenehm), Eschenholz, Ahornholz, Robinienholz, Ulmenholz und Tannenholz (kaum erhältlich).

Geschlossener Kamin

geschlossener kamin für kaminholzDer geschlossene Kamin verringert im wesentlichen die Nachteile des offenen Kamins. Er verfügte früher meist über Metalltüren, während heute feuerfeste Glasscheiben viele Kamine abschließen. Zumindest visuell bleibt die Kaminromantik dann erhalten, denn man kann das schöne Flackern des Feuers sehen und selbst die beste Glasscheibe isoliert auch nicht alle Holzgeräusche.

Je nach Konstruktionsweise ist auch die Wärmespeicherkapazität deutlich besser. Schlussendlich liegt der Hauptvorteil des geschlossenen Kamins in der höheren Brennraumtemperatur bei Benutzung und damit in der wesentlich effizienteren Verbrennung des Kaminholzes. Das führt am Ende bei gleichem Wärmeertrag zu weniger Holzverbrauch und damit Geldersparnis. Bei gleichem Holzverbrauch haben Sie mehr Wärme zur Verfügung und dann vermutlich weniger Verbrauch an Gas oder Öl. Außerdem ist ein geringerer Durchstrom von Nebenluft nötig. Dieser Nebenluftstrom verhindert bei offenen Kaminen, dass Rauch und Abgase nicht in den Wohnraum gelangen, sondern durch den Schornstein abgezogen werden. Der Nebenluftstrom führt aber auch Wärmeenergie ab, die dann nicht mehr zum Beheizen der Raumluft zur Verfügung steht. Um einen geschlossenen Kamin zu beheizen empfehlen wir Buchenholz, Eschenholz, Ahornholz, Robinienholz, Ulmenholz, Eichenholz, Birkenholz, Fichtenholz (kann Scheibe verschmutzen), Tannenholz (kaum erhältlich), Kiefernholz und Lärchenholz.

Ofen – oder genauer Holzofen

kanonenofen für kaminholzEin Ofen ist eigentlich per Definition eine technische Einrichtung zur Wärmeerzeugung. Also alles, was aus irgendeiner Quelle über irgendeinen physikalischen oder chemischen Mechanismus Wärme erzeugt, ist formell ein Ofen. Wir sprechen hier aber ausschließlich über den Holzofen, der zum Erzeugen von Wärme in Wohnräumen mihtilfe von Kaminholz genutzt wird.

Im Gegensatz zu Kaminen wird bei Holzöfen zwischen raumluftabhängigen und raumluftunabhängigen Systemen unterschieden, während raumluftunabhängige Kamine eher die Ausnahme sind. Es gibt also auch Öfen, die den zur Verbrennung benötigten Sauerstoff über eine eigenständige Luftzuleitung oder einen luftleitenden Schornstein zugeführt bekommen. Gerade bei modernen Häusern, bei denen der energetische Verlust minimiert wurde und keine Zuluft durch Mauerwerk oder undichte Fenster nachkommt, müssen Sie Ihren Ofen raumluftunabhängig betreiben.

küchenofen für kaminholzÜber die Jahrhunderte haben sich verschiedene Arten von Öfen entwickelt. Formell gehört auch der Kamin zu den Öfen, er war quasi der Begründer der Gattung. Es gibt aber auch noch Kachelöfen, alte gusseiserne Kanonenöfen und Öfen, die als Zentralheizung arbeiten oder eine solche unterstützen. Dabei wird die warme Luft beispielsweise durch ein Rohrleitungsnetz in andere Wohnräume als den Aufstellraum des Ofens geleitet. Auch eine Weiterleitung der Wärme über aufgewärmtes Wasser war schon früher üblich. Üblich war auch, dass früher nur ein Wohnraum mit einem Ofen beheizt wurde und dieser Ofen gleichzeitig noch Kochstelle und Backofen war. Normale geschlossene Öfen können prinzipiell mit allen Holzarten wie Buchenholz, Eichenholz, Fichtenholz, Tannenholz (kaum erhältlich), Kiefernholz, Lärchenholz, Birkenholz, Eschenholz, Ahornholz, Robinienholz, Ulmenholz und Lindenholz beheizt werden. Je nachdem, was günstig erhältlich ist und gelagert werden kann.

Kaminofen

klassischer kaminofen für kaminholz

klassicher Kaminofen für Kaminholz

Der Begriff des Kaminofens wurde erst in der Neuzeit erfunden, denn der Kaminofen ist zwar ein Holzofen, aber beim besten Willen kein Kamin. Eigentlich handelt es sich um einen Ofen mit unterschiedlich großer feuerfester Glasscheibe. Manchmal ist diese in die Einfüllöffnung eingearbeitet, manchmal auch woanders. Der Kaminofen verbindet aber die guten Eigenschaften von geschlossenen Öfen und Kaminen. Er zeichnet sich durch eine deutlich effizientere Verbrennung im Vergleich zum Kamin (egal ob offen oder geschlossen) aus, da die Brennraumtemperatur deutlich höher liegt. Das spart Kaminholz und schont damit den Geldbeutel. Außerdem lässt sich durch die Glasscheibe das Ofenfeuer anschauen, was zum bekannten wohligen Effekt führt, den wohl jeder zu schätzen weiß, der schon einmal vor einem Kamin oder Kaminofen saß.

moderner kaminofen für kaminholz

moderner Kaminofen

Häufig platziert man den Kaminofen vor einer Wand direkt am oder zumindest in der Nähe des Schornsteins, damit die Rauchgase abgezogen werden können. Er besteht meist aus Gusseisen oder Stahl und ist häufig verkleidet. Beliebt sind heutzutage Verkleidungen aus Sandstein oder Speckstein. Der Kaminofen wird wie die meisten Holzöfen händisch mit Kaminholz beschickt, weswegen häufig in der Nähe des Kaminofens oder unter demselben ein kleiner Lagerplatz für Kaminholz zu finden ist. Durch Einstellungen für Luftzufuhr (Primärluft, Sekundärluft, manchmal auch Tertiärluft) können Sie die Abbrandgeschwindigkeit und Effizienz steuern. Moderne Kaminöfen erreichen Wirkungsgrade jenseits der 80%, was bereits sehr nah an Gas- oder Öl-Heizungen kommt. Zum Verbrennen in einem Kaminofen können wir die Holzsorten Buchenholz, Eschenholz, Ahornholz, Robinienholz, Ulmenholz, Eichenholz, Birkenholz, Fichtenholz (kann Scheibe verschmutzen), Tannenholz (kaum erhältlich), Kiefernholz und Lärchenholz empfehlen.

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