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Tannenholz als Kaminholz – Geschichte, Eigenschaften und Ratgeber

tannenzweige von tannenDie Tanne als Nadelbaum kennt jedes Kind. Zu Weihnachten wird sie regelmäßig von Groß und Klein mit „Oh Tannenbaum“ besungen. Tatsächlich hat sich die Nordmann-Tanne zum beliebtesten Weihnachtsbaum in Deutschland entwickelt. Die kultur-historische Bedeutung der Tanne liegt natürlich darin begründet, dass sie ein bei uns heimischer und regelmäßig verbreiteter Baum ist. Das führte dazu, dass die Tanne schon immer als Lieferant für Bauholz und Tannenholz als Brennstoff galt.

Botanisch wird die Tanne der Baumgattung der Kieferngewächse zugeordnet. Damit sind natürlich nicht die heimischem Bäume gemeint, die wir hier als Kiefern bezeichnen, sondern die große Gattung Pinaceae mit weit über 100 Arten. Hierzu zählen von den kleinen Koniferen, über Zedern, Lärchen, Douglasien, neben weiteren Arten sogar Fichten. Die Tanne untergliedert sich je nach Zählweise in 40 bis 51 Arten und ist ausschließlich in der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Sie liebt mildes bis kaltes Klima und kann von direkter Meernähe bis in Berglagen von über 4000 Metern überleben. Größere Populationen finden sich in Nordamerika, Nordafrika, Asien und ganzflächig in Europa. In Deutschland heimisch ist die Weißtanne, das heißt, wenn man hierzulande von der Tanne spricht, ist meist die Weißtanne gemeint.

Weißtanne, Edeltanne oder Silbertanne?

tannenholz als kaminholzDer Name Weißtanne leitet sich von der auffällig hellen bis weißen Borke der Baumart ab. Das Tannenholz selber ist zwar hell, jedoch nicht annähernd weiß und hatte auch keinen Einfluss auf die Namensgebung. Regelmäßig hört und ließt man jedoch auch von der sogenannten Edeltanne oder der Silbertanne. Beides sind nur Synonyme aus dem Volksmund und vor allem die Bezeichnung Edeltanne ist mehr als verwirrend, denn es gibt in Amerika tatsächlich eine Gattung der Edeltannen.

Natürlich sind Tannen in Deutschland vor allem im alpinen Raum und in den Mittelgebirgen zu finden. Das bedeutet, dass die Verbreitung in Süddeutschland deutlich höher als in Norddeutschland ist. Genau dort dient Tannenholz seit jeher als Kaminholz und als Rohstoff für allerlei Bauvorhaben. Die Verbreitung der Tanne in Gebirgsregionen liegt auch daran, dass die Tanne bis nahezu -30° Celsius frosthart ist. In natürlichen Wäldern kommt die Tanne häufig gemeinsam mit der Buche vor. Ohne Einfluss des Menschen wäre das ein typischer Wald in Regionen, in denen beide Bäume überlebensfähig sind. Reine Tannenwälder kommen nur dort natürlich vor, wo keine hinreichenden Bedingungen für die Buche herrschen.

Vorkommen und Schutz

Nur circa 1,7% der deutschen Waldfläche – unter 200.000 Hektar – ist mit der Weißtanne bewachsen. Im Vergleich zu anderen Nadelholz-Bäumen wie der Fichte ist das äußerst wenig. Weltweit wird die Tanne als nicht gefährdet eingestuft, in Deutschland und Österreich wird sie jedoch auf der sogenannten Roten Liste geführt und als gefährdet eingestuft. Größte Bedrohungen für die natürliche Ausbreitung von Tannen sind Wildverbiss, Insekten, Pilze, Luftverschmutzung und generell Umwelteinflüsse durch den Menschen. Gerade auf wechselnde Bedingungen reagiert die Tanne empfindlich. Durch die ökologische Wiederaufforstung besteht eine große Chance, den Erhalt der Tannen zu sichern und die wirtschaftliche Nutzung von Tannenholz fortzuführen.

Tannenholz für den Kamin

tannenholz scheite als kaminholzTannenholz war lange Zeit das typische Kaminholz im Alpenraum. Es wurde in Herden, Öfen und offenen Kaminen verbrannt. Tannenholz brennt ähnlich leicht an und ähnlich zügig ab wie Fichtenholz. Durch einen wesentlich geringeren Harzgehalt entstehen aber deutlich weniger Glutspritzer oder Funken. Daher ist Tannenholz nach wie vor auch für offene Kamine, Öfen und Kaminöfen zu empfehlen.

Gefragt ist Tannenholz außerdem für die Anfertigung von Fenstern, Türen, Fußbodenbelägen und hochwertigen Möbeln. Die hohe Nachfrage und die geringe Verbreitung führen dazu, dass Tannenholz als Kaminholz sehr selten sortenrein zu kaufen ist. Häufig wird Tannenholz als Kaminholz in Mischungen mit Laubholz oder anderen Nadelhölzern gekauft.

tannenholz zapfen als kaminholzKonservativ kalkuliert Tannenholz einen Brennwert von 4,3 kWh pro Kilogramm. Analog zur Fichte ergibt sich aufgrund der geringen Dichte des Holzes ein vergleichsweise geringer Brennwert von 1400 kWh pro Raummeter. Das Anzündverhalten von Tannenholz ist hervorragend, der Abbrand dafür sehr zügig. Auch Tannen tragen – ähnlich wie die Fichten – zur Fortpflanzung Zapfen. Im Gegensatz zu Fichten hängen diese Zapfen aber nicht nach unten, sondern wachsen aufrecht auf den Zweigen. Auch Tannenzapfen kann man bei einem Sommerspaziergang im Wald sammeln und als perfektes Anzündholz für einen Kaminofen benutzen. Das spart den Kauf von extra zerkleinertem Anzündholz oder die Arbeit mit der Axt.

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