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Kaminholz Ratgeber – Holz als Energieträger und Werkstoff

Kaminholz Ratgeber Wald als HolzlieferantBäume zählen zu den bereits am längsten vom Menschen genutzten Pflanzen. Der Rohstoff Holz, den Bäume liefern ist wohl der älteste Baustoff, den Menschen nutzen. Aber er ist auch der älteste Energie-Lieferant der Menschheit. Wer denkt nicht sofort an ein Holzfeuer, wenn das Stichwort Steinzeit oder Neandertaler fällt. Während sich die Nutzung als Baumaterial stark gewandelt hat – wir wohnen meist nicht mehr unter Holzgerippen oder in Holzhütten – ist die energetische Nutzung von Holz sehr ähnlich geblieben. Wir verbrennen den nachwachsenden und damit CO2-neutralen Rohstoff, wenn auch etwas effizienter in modernen Öfen und Kaminen.

Dennoch ist der Bereich Kaminholz sehr komplex. Es gibt viele verschiedene Holzarten und -sorten. Wir haben Nadelbäume und Laubbäume, jeweils mit verschiedenen Baumgattungen. Sie unterscheiden sich durch ihre Struktur, ihr Volumen und ihren Brennwert. Je nachdem welche Feuerstelle, welchen Kamin oder welchen Ofen Sie nutzen, kann das zu einem völlig unterschiedlichen Bedarf an Holz führen. Die Hölzer werden unterschiedlich hergestellt, unterschiedlich getrocknet und gelagert, in verschiedenen Größen und Lägen angeboten und schlussendlich in unterschiedlichen Volumina oder Paletten-Größen verkauft. Wer soll da nicht den Überblick verlieren? Wir möchten Ihnen mit diesem Ratgeber das komplexe Thema Kaminholz verständlich aufbereiten und im Überblick darlegen.

Kaminholz als saubere und CO2-neutrale Energiequelle

Kaminholz als CO2-neutrale EnergiequelleEin Baum nimmt je nach Größe im Laufe seines Lebens circa zwei Tonnen Kohlendioxid (CO2) auf. Dieses Kohlendioxid kommt aus der Atmosphäre und der direkten Umgebung des Baumes im Wald. Das Prinzip der Photosynthese ist den meisten Menschen aus dem Biologie-Unterricht bekannt. Der Baum nimmt über kleine Öffnungen in den Blättern Kohlendioxid auf und wandelt es mithilfe von Sonnenlicht in Zucker um. Die einzelnen Schritte dabei sind äußerst komplex, aber als Abfallprodukt entsteht Sauerstoff, denn der Baum benötigt nur den Zucker zum Leben.

Wenn das Holz eines Baumes schlussendlich verbrannt wird, kann auch nur das Kohlendioxid aus dem Kaminholz wieder abgegeben werden, das der Baum vorher aufgenommen hatte. Wenn die Holzwirtschaft nachhaltig ist – wovon wir zumindest in Deutschland ausgehen – wird für jeden gefällten Baum ein neuer Baum gepflanzt. Dieser kann dann die gleiche Menge Kohlendioxid, die bei der Verbrennung entstanden ist, wieder aufnehmen. So bleibt der Kreislauf dauerhaft geschlossen. Im Gegensatz dazu wird bei der Verbrennung von Gas, Öl und Kohle nur CO2 freigesetzt und nicht erneut im Kreislauf wieder aufgenommen. Das hat nach anerkannter wissenschaftlicher Meinung enorm zum Klimawandel beigetragen. Diese Energieträger sind also alles andere als gut für die Umwelt. Holz setzt sich jedoch von diesen ab.

Was für Holzsorten gibt es und welche Eigenschaften haben sie?

Kaminholz Kiefer QuerschnittAllgemein unterscheidet man zwischen zwei Holzarten: Nadelhölzer und Laubhölzer. Nadelhölzer sind entwicklungsgeschichtlich die ältere Holzart und auch weniger komplex. Sie besitzen nur zwei Zellarten und sind anatomisch einfacher aufgebaut. Laubhölzer besitzen je nach Unterart eine Vielzahl verschiedener Zellen, was man auch deutlich optisch erkennen kann. Man sieht dann im Querschnitt häufig kleine Poren, die charakteristisch für Laubholz sind. So liegen bei Nadelbäumen die Jahresringe Ring um Ring nebeneinander, während bei Laubbäumen zwischen den Jahresringen typischerweise ein Ring von Poren enthalten ist. Nadelhölzer enthalten außerdem deutlich mehr Harze.

Nadelhölzer und Laubhölzer unterscheiden sich je nach Nutzungsart bei der Energieerzeugung in ihrer Eignung. Es kann also gut möglich sein, dass für den einen Haushalt Nadelholz besser geeignet ist und für den nächsten Laubholz.

Nadelholz als Kaminholz

Nadelhölzer haben pro Gewicht einen höheren Heizwert als Laubhölzer, aber pro Volumen einen geringeren Heizwert. Das klingt verwirrend, ist aber ziemlich plausibel. Das Holz in Nadelbäumen ist weniger dicht, als das in Laubbäumen. Das heißt es eignet sich prima, um schnell eine höhere Hitze zu erzeugen, es brennt dafür aber nicht lange. Durch das größere Volumen, braucht man bei Nadelholz mehr Lagerplatz bei gleichem Energieertrag im Vergleich zu Laubholz. Typische Nadelhölzer zur Wärmeerzeugung sind Fichtenholz, Tannenholz, Kiefernholz und Lärchenholz. Die beiden letztgenannten haben im Kaminholz-Bereich jedoch keine großen Marktanteile.

Laubholz als Kaminholz

Laubhölzer haben durch ihre höhere Dichte einen besseren Heizwert, wenn man sich am Volumen orientiert, aber einen schlechteren Heizwert auf das Gewicht gerechnet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit Laubhölzern typischerweise konstant warmes Feuer für eine längere Zeit, aber eben keine Spitzentemperaturen erzeugen kann. Man benötigt außerdem für die gleiche Menge an Energie weniger Lagerfläche, was häufig ein wichtiges Argument ist, wenn man nicht über einen großen Garten verfügt. Häufig als Kaminholz genutzte Laubhölzer sind Buchenholz, Birkenholz, Eichenholz und Eschenholz. Häufig werden auch Ahornholz, Robinienholz, Ulmenholz und Lindenholz benutzt, diese haben jedoch einen merklich geringeren Brennwert je Volumen und sind daher etwas weniger populär.

Welche Mengen- und Volumen-Einheiten für Holz gibt es?

kaminholz raummeterWenn man sein Kaminholz selber macht, ist die Frage nicht ganz so bedeutsam, da man nicht zwischen verschiedenen Anbietern und Maßen vergleichen muss. Wenn man aber Holz kaufen möchte, wird man sich zügig mit verschiedenen Mengen und vor allem Volumeneinheiten konfrontiert sehen. Festmeter (FM), Raummeter (RM oder Ster) und Schüttraummeter (SRM) sind die gängigen Volumeneinheiten. Aber es wird auch Holz in Masseneinheiten wie Kilogramm (kg) oder gar einfach völlig unspezifisch als „Palette“ angeboten.

Der Holzhandel in Volumen-Einheiten (auch Raummaß) hat sich traditionell etabliert und im gestapelten Zustand lässt sich das Volumen mit einem Zollstock oder Maßband einfacher bestimmen als das Gewicht. Das gilt umso mehr, da Kaminholz bereits als Brennstoff gehandelt wurde, als es weder große noch besonders genaue Waagen gab. Früher gab es noch einige alte Volumenmaße, bei denen das „Fuß“ als Längeneinheit Basis für das Holzvolumen war. Zum Glück sind diese Einheiten nicht mehr relevant, denn dann wäre das Verwirrspiel perfekt.

Für einen Verbraucher ohne eigene Forsterfahrung ist es schon schwer genug, Angebote und Preise bei drei verschiedenen Raummaßen zu vergleichen. Das Gewicht in kg für die verschiedenen Volumina unterscheidet sich dann noch einmal je nach Holzsorte, denn wie wir bereits wissen, haben unterschiedliche Sorten Kaminholz eine unterschiedliche Dichte. Seriös sind aus unserer Sicht daher nur Verkäufer, die Holz in den Raummaßen FM, RM und SRM anbieten, denn diese sind vergleichbar. Wird das Gewicht zusätzlich angegeben, schadet das nicht, aber nur das Gewicht schließt einen richtigen Vergleich nahezu aus.

Aber was bedeuten die Maße für Kaminholz nun?

kaminholz schüttraummeterEin Festmeter (FM) ist ein Kubikmeter (m²) massives Holz. Man stellt sich also einen Block von einem Meter Breite, einem Meter Tiefe und einem Meter Länge aus Holz vor. Um einen solchen Block in der Praxis zu erzeugen müssten schon Mammutbäume gefällt werden, es ist also offensichtlich, dass dies nur ein theoretisches Maß ist. Ein Raummeter (RM oder Ster) Kaminholz ist ein Stapel von einem Kubikmeter Holzscheiten.

Häufig wird die Länge der Scheite bei einem Meter definiert, aber viele Händler weichen davon ab. Durch das Stapeln der Scheite entstehen Lufträume, weswegen der „Holzblock“ nun nicht mehr massiv ist und deshalb auch nur noch circa 70% des Volumens eines Festmeters enthält. Ein Schüttraummeter (SRM) ist dann der selbe Block, die Holzscheite sind jedoch geschüttet. Man kann sich leicht vorstellen, wenn das Holz nicht feinsäuberlich gestapelt, sondern geschüttet wird, werden die mit Luft gefüllten Zwischenräume noch größer, weswegen ein SRM nur noch circa zwischen 70 und 80% des Volumens eines RM und circa 40% des Volumens eines FM ausmacht. Hier das Ganze in einer tabellarischen Übersicht zum Vergleich der Maße:

Kaminholz Maße - Festmeter Raummeter Schüttraummeter

Raummaße für Holz: Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter

Brennwert oder Heizwert – Was bedeutet das?

brennwert und heizwert von kaminholzDie Begriffe Brennwert oder Heizwert werden häufig als gleichbedeutend angesehen und daher umgangssprachlich als Äquivalent benutzt. Es gibt aber einen kleinen feinen Unterscheid – zumindest wenn man es physikalisch korrekt formulieren möchte. Denn dann handelt es sich beim Heizwert eher um einen theoretischen Wert der Energie, die ein Energieträger bei vollständiger und verlustloser Verbrennung abgeben kann. Der Begriff Brennwert – der häufiger benutzt wird – soll die tatsächlich erlösbare Energie benennen. Beide liegen um etwa 10% auseinander, d.h. Angaben als Heizwert sind im Regelfall höher. Sowohl der Brennwert als auch der Heizwert werden in Wattstunden (Wh) oder häufiger noch in Kilowattstunden (kWh) pro Gewicht oder pro Volumen angegeben.

Zur weiteren Verwirrung trägt bei, dass Holz ein natürliches Brennmaterial ist und es dementsprechend natürlichen Schwankungen unterliegt. Das bedeutet am Ende vor allem, dass die angegebenen Werte eine Orientierung für die mögliche Energiefreisetzung sind und von Situation zu Situation ein wenig abweichen können. Wir werden in diesem Ratgeber vornehmlich den Begriff Brennwert benutzen, da dieser praxisnäher ist und damit zu weniger Verwirrung führt. Häufig sind auch die angegebenen Werte höher (bspw. bei Buche 2100 oder 2200 kWh/RM), hier handelt es sich dann klar um den theoretischen Heizwert und nicht um den tatsächlich erreichbaren Brennwert. Die folgende Tabelle fasst den Brennwert für die häufigsten Sorten von Kaminholz zusammen:

Kaminholz Brennwerte Buche Eiche Esche Birke Lärche Kiefer Fichte

Brennwert Buche, Eiche, Esche, Birke, Lärche, Kiefer und Fichte

Trocknung und Lagerung von Kaminholz

kaminholz und brennholz lagern und trocknenFrisch geschlagenes Holz wird erst durch eine entsprechende Trocknung und Lagerung zu Kaminholz. Es ist sogar so, dass das Verbrennen von Frischholz nach der BImSchV (Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) verboten ist. Denn hiernach dürfen in Kaminen und Öfen, die privat betrieben werden, nur naturbelassenes Holz (Scheitholz) und Presslinge (Pellets oder Briketts) mit einem Feuchtegehalt von unter 25% verbrannt werden. Das bedeutet, behandeltes Holz (z.B. mit Holzschutzmitteln), Pressspanplatten oder Holz mit mehr als 25% Wasser sind nicht als Kaminholz zugelassen. Aus diesem Grund müssen Sie ihr Kaminholz mindestens ein bis zwei Jahre bei guter Luftzufuhr draußen lagern und damit trocknen lassen, wenn Sie es selber bereiten. Wenn Sie Holz kaufen, ist dieses häufig schon abgelagert und als getrocknet oder ofenfertig deklariert. Nur dann dürfen Sie es direkt als Kaminholz verwenden, denn dann ist weniger als 25% Feuchtigkeit enthalten.

Sollten sie also frisches Scheitholz kaufen, so muss dieses bei Ihnen zu Hause getrocknet werden. Bei Trocknung in freier Natur wird selten ein Feuchtegehalt von unter 20-25% erreicht. Einige Anbieter verkaufen jedoch sogenanntes kammergetrocknetes Kaminholz, dass in einem beheizten Raum oder einer Scheune getrocknet wurde. Hier sind sogar Feuchtegehalte von unter 10% möglich. Das ist nicht unerheblich, denn der Wassergehalt beeinflusst den Brennwert des Kaminholzes direkt. Ein zu hoher Wassergehalt führt dazu, dass zu viel Wärmeenergie zum Verdampfen des Wassers verbraucht wird und deutlich weniger im Wohnraum ankommt. Ein viel unangenehmerer Nebeneffekt sind unzulässige Emissionen und ein verrußter Schlot. Im Extremfall kann es durch die hartnäckigen Ablagerungen beim Verbrennen von zu feuchtem Holz im Schornstein sogar zu einem Schornsteinbrand kommen.

Unser Fazit für Sie: Welches Kaminholz sollten Sie kaufen?

Wie bereits erläutert gibt es zahlreiche Einflussfaktoren auf die Qualität und den Nutzen von Kaminholz. Auf dieser Seite haben wir Ihnen eine erste Übersicht aufbereitet und auf den Unterseiten unseres Ratgebers setzen wir uns mit einigen Themen erneut vertieft auseinander. Ihre Entscheidung für das richtige Kaminholz sollte in jedem Fall sehr durchdacht sein. Aber, wenn Sie beginnen, sich im Oktober mehrere Monate Gedanken zu machen, dann haben Sie die Heizsaison verpasst. Wichtig für Ihre Entscheidung sind:

  • die Holzart: Nadelholz oder Laubholz
  • die Menge: wie viele Raummeter benötigen Sie und wie viel Gas/Öl möchten Sie dabei ersetzen
  • die Trocknung: ist das Kaminholz beim Kauf bereits getrocknet oder müssen Sie es nachlagern
  • der Preis: ganz ohne Frage spielt der Preis eine wichtige Rolle
  • die Region: regional unterscheiden sich Holzpreise und Angebot, im Internet ist beides konstant

Von den verschiedenen Einflussfaktoren ausgehend wird für die meisten Haushalte Laubholz wie Buchenholz am besten geeignet sein. Es sollte bereits zwei Jahre abgelagert und ofenfertig sein, bevor Sie es als Kaminholz kaufen. Eine Kammertrocknung ist meist nicht nötig, da der daraus resultierende höhere Brennwert durch den höheren Preis oft nicht rentabel ist.

Ausnahmen und Abweichungen können sinnvoll sein

kaminholz im kaminWenn in Ihrer Region Nadelholz oder eine Mischung aus Nadel- und Laubholz wesentlich günstiger ist, könnte es sich trotz niedrigerem Brennwert als Kaminholz zum Kauf lohnen. Wenn Sie über ein großes Grundstück verfügen, können sich natürlich ungetrocknetes Kaminholz günstig kaufen und selbst zwei Jahre trocknen lassen. Sollten Sie einen offenen Kamin beheizen, wird vielfach von Nadelholz abgeraten, weil die Harze und eingeschlossene Gase zu kleinen Explosionen führen. Das charakteristische Knistern führt dann zum Dauereinsatz von Besen und Staubsauger und der Funkenflug kann sogar gefährlich sein. In jedem Fall sollten Sie die gemütliche Wärme Ihres Ofens oder Kamins in vollen Zügen genießen.

Wir hoffen, Ihnen mit unserer Einführung in das Thema Kaminholz eine hilfreiche Einführung gegeben zu haben. Gerne können Sie sich weiter auf unserem Portal informieren. Wir freuen uns auch über Anregungen zu weiteren Themen, die wir dann gerne ausführlich für Sie recherchieren und leicht verständlich aufbereiten. Kontaktieren Sie uns hierzu gerne jederzeit.

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